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International Tibetan Qigong Association | Beschreibung der Übungen
Tibetanisches Qiqong: Grundlegende Übungen Die Übungen der Stufe Eins sind: Fünf-Element-Pfosten, Einfinger-Zen/Dynamische Form, Einfinger-Zen/Stille Form sowie Gesichtsmassage und Abklopfen der Meridiane. Diese Grundübungen ermöglichen uns, zu gesunden und Kraft zu entwickeln. Die physische, mentale und emotionale Stabilität, welche wir durch das Üben der ersten Stufe tibetanischen Qigongs gewinnen, befähigen uns, besser mit Stress umzugehen, und optimieren unsere Leistungen in allen Lebensbereichen. Das gute Fundament, welches wir durch das Praktizieren der Stufe-Eins-Übungen aufbauen, schafft zudem die notwendigen Voraussetzungen, um von den fortgeschrittenen Übungen voll und ganz profitieren zu können. Fünf-Element-Pfosten Diese Übung arbeitet mit den fünf konstituierenden Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Indem man die mächtigen Kräfte der fünf Elemente durch Überlagerung von Bagua ergänzt, gewinnen die Stellungen dieser meditativen Form frische, elementare Energien aus der Natur und dem Universum, welche ungesundes Qi in den jeweils zugeordneten Organsystemen des Körpers ersetzen. Diese Form gibt dem Körper Ausgewogenheit und Kraft, damit Selbstheilung stattfinden kann. Einfinger-Zen Vor über tausend Jahren lehrte Bodhidharma die Elite der Shaolin-Mönche erstmals Einfinger-Zen. Weil diese Übung also eine so lange, erfolgreiche Tradition hat, wurde sie in die Grundformen des tibetanischen Qigongs aufgenommen. Einfinger-Zen/Dynamische Form Die neun verschiedenen Bewegungen dieser Form sammeln Energie aus dem Universum, wodurch negatives Qi verdrängt wird. Sie beseitigen Blockaden in den Meridianen (Energiekanälen) Kranker und bringen die Körperenergie ins Gleichgewicht. Das Üben erhöht physische Kraft, verbessert Gelenkigkeit und Ausdauer. Üben über längere Zeiträume hinweg aktiviert metaphysische Fähigkeiten und schafft eine gute Grundlage für das Erlernen der höheren, geheimen Übungen des Vajrayana. Einfinger-Zen/Stille Form Die Energiekanäle, welche zwischen den Körperorganen hin- und herfließen, sind mit der "Außenwelt" durch Finger und Zehen verbunden. Diese haltungsorientierte, meditative Übung fördert durch das Bewegen von und Spüren in Finger und Zehen Heilung sowie innere Kraft. Einfinger-Zen/Stille Form kann im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt werden; sie ist eine potente Methode für nach Innen orientiertes Üben und so wirkungsvoll, dass sie ernstlich Erkrankten die Gesundheit wiedergeben und sogar Menschen, die dem Tode nahe sind, retten kann. Gesichtsmassage und Abklopfen der Meridiane Jeder Qigong-Übende schafft während der Übung ein Energiefeld. Gesichtsmassage und Abklopfen der Meridiane ermöglichen uns, diese Energie zu absorbieren und den Fluss von Qi zu fördern, um dadurch den vollen Nutzen der Übung genießen zu können. Die dynamische, energiegeladene Massage von Gesicht, Kopf und Ohren lädt das Qi-Feld wieder auf, fördert Jugendlichkeit und Entspannung, stimuliert die inneren Organe. Das Abklopfen von Akupunkturpunkten entlang der Meridiane hilft dabei, Energieblockaden, welche schlechte Gesundheit erzeugen, aufzulösen. Regelmäßiges Üben reinigt die Meridiane, bringt Yin und Yang ins Gleichgewicht, stärkt die Gesundheit und verjüngt den gesamten Körper. Tibetanische Qigong-übungen der höheren Stufen , entsprechen tibetanisch-buddhistischen Lehren, welche ihren Ursprung auf viele Generationen autorisierter Meister zurückführen können. Diese Lehren vermitteln sich durch eine ununterbrochene Übertragungslinie an uns; sie wurden mit großer Sorgfalt vom Meister an den Schüler weitergegeben, um energetische Reinheit und Authenzität zu erhalten. Bis hin in die unmittelbare Vergangenheit wurden sie als geheime Lehren gehütet und nur an einige wenige, die ihr Üben vervollkommnet hatten und haben, weitergegeben. Meister Wang empfing die Unterweisungen von seinem Nyingma-Lehrer, Khenpo Munsel Rinpoche, bei dem er vierzig Jahre lang lernte. Khenpo Munsel Rinpoche war der Elfte in der Übertragungslinie, welche auf Padmasambhava, den ersten großen buddhistischen Lehrer Tibets, zurückgeht. Es ist die Macht der Übertragungslinie, welche tibetanisches Qigong so wirksam sein lässt. Tibetanisch-buddhistische Meister sind für ihre spirituellen Errungenschaften berühmt. Diejenigen, welche ihr Üben vervollkommnet haben, sind in der Lage, den gewöhnlichen Todesprozess zu transzendieren und Erleuchtung zu erlangen, indem sie ihren physischen Körper in pure Energie - Licht und Hitze - verwandeln. Die Energie, die sie während vieljähriger Praxis angesammelt haben, erlaubt diesen Meistern, den Regenbogenkörper zu erreichen und buchstäblich in einem Lichtblitz zu verschwinden. Hunderttausende solcher Fälle wurden im Laufe der Jahrhunderte in Tibet aufgezeichnet, ganz besonders innerhalb der Nyingma-Tradition. Dieses Phänomen findet auch heutzutage noch statt, obwohl es zu einem seltenen Ereignis geworden ist. Übende in Tibet haben präzise und systematische Methoden entwickelt, um sich im Regenbogenkörper zu manifestieren. Ihr Weg besteht aus einem lebenslangen, intensiven sowie vollständig konzentrierten, fokussierten Zuwenden und Streben. Auf Anweisung und mit Hilfe von Khenpo Munsel komprimierte Meister Wang die traditionellen Lehren der Übertragungslinie auf die Essenz und organisierte sie in einem System, welches auch für im Westen lebende Menschen zugänglich ist. Indem man diese kraft- und wirkungsvollen Übungen regelmäßig anwendet, erzielt man in kürzester Zeit außerordentliche Resultate. Laut der Nyingma-Tradition ist es möglich, innerhalb eines Lebens Buddhaschaft zu erlangen. Übungen der Stufe Zwei und Drei wie sie von Meister Wang gelehrt werden, schließen die drei Geheimnisse von Körper (Bewegungen oder Mudras, die den Energiefluss verbessern), Rede (geheiligte Klänge oder Mantras) und Geist (Visualisierung) mit ein. Diese Selbstheilungsübungen verbinden eine äußere Zugangsebene von Qigong - um der Gesundheit willen ?mit einer tieferen, inneren Schicht, welche dazu da ist, wahre Weisheit, Fähigkeiten und das Potential zum Glücklichsein zu offenbaren. Wenngleich diese Übungen auch aus der buddhistischen Tradition stammen, stehen sie doch Menschen aller Glaubensrichtungen und jeder Herkunft, sei es sozial, national oder geistig, offen. Man muss kein Buddhist sein, um diese Übungen nachzuvollziehen und aus ihnen Nutzen zu ziehen. Alle Lehren der Stufe Zwei und Drei beinhalten eine Reinigungs- und Ermächtigungszeremonie, gefolgt von einer Dharmaunterweisung in traditionell tibetanischer Tradition. Alle, die es wünschen, können am Segnungsteil der Ermächtigungszeremonie teilnehmen. Dazu werden Anleitungen gegeben, wie man eine Khata (einen tibetanischen Segnungsschal) und einen roten Umschlag, der eine Geldgabe enthält, überreicht. Während Meister Wang lehrt, überträgt er die wahre Essenz der Lehre. Dies ermöglicht jedem Teilnehmer, auf vielfache Weise und auf vielen verschiedenen Ebenen Heilung zu empfangen, je nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Durch hingebungsvolles Kultivieren dieser "Samenenergie" der Übertragungslinie kann man das volle Potential der Übungen zur Entfaltung bringen. Übungen der Stufe Zwei stellen eine tiefenwirksame Methode der Heilung und Reinigung dar; auf diesem Weg richtet man sein Wesen empor, damit höhere Ziele angestrebt werden können. Sechssilbiges Mantra Diese selten gelehrte, energetische Form des essentiellen tibetanisch- buddhistischen Mantras führt eine heilige Verbindung mit dem Boddhisattva des Großen Mitgefühls herbei. Das Sechssilbige Mantra wird als Quelle allen Glücks und als die Wurzel aller Potentialitäten und Fähigkeiten angesehen. Es reinigt Körper und Geist, Karma und negative Gewohnheiten. Durch das Schwingen der Schallfrequenz werden Qifluss und Strahlender Punkt in Gleichgewicht gebracht und gestärkt. Meister Wang schließt bei seinen Unterweisungen eine praktische Anwendung des Mantras ein, welche bei Krankheiten und Leiden Erleichterung verschafft. Das Sechssilbige Mantra ist Teil aller Übungen der Zweiten und Dritten Stufe. Vertreiben negativer Energien Der tibetanische Buddhismus lehrt, dass es viele Energien gibt, die man zwar nicht sehen kann, welche jedoch einen tiefgreifenden Einfluss auf Menschen ausüben. Einige dieser Kräfte sind negativ und können einen schädlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen. Bei der Übung "Vertreiben negativer Energien" wird ein starkes, leuchtendes Energiefeld aufgebaut, um schädliche Einflüsse zu bezwingen. Das Sechssilbige Mantra ist Teil dieser Übung und wird als Vorbereitung darauf empfohlen. Übungen der Stufe Drei bilden eine Vorbereitung auf Die Große Vollkommenheit: die höchste Übung und Lehre der Nyingma-Tradition, der Weg zum Regenbogenkörper. Vajrayoga Vajra ist der reine Schatz der Schätze, ist das, was diamantene Qualität besitzt (hart, klar,, unzerstörbar); Yoga bedeutet in diesem speziellen Kontext "das Kultivieren von". Vajrayoga, vom großen Yogi Tibets im 11. Jahrhundert her überliefert, ist eine dynamische Übung, die - mit Hilfe von Licht und universeller Energie - die Kanäle und Energiezentren des feinstofflichen Körpers reinigt, Lebensenergien ins Gleichgewicht bringt und ein starkes Energiefeld aufbaut, das uns vor Krankheit und anderen negativen Einflüssen schützt. Das Sechssilbige Mantra ist Teil dieser Übung und wird als Vorbereitung darauf empfohlen. Dreisilbiges Mantra Auch Vajra-Rezitation genannt; dieses grundlegende Mantra öffnet den Pfad zur universellen Energie. Indem die unbegrenzte Energie des Universums angerufen und unsere persönliche Energie mit unbegrenztem Raum, unbegrenzter Zeit und unbegrenztem Strahlen in Schwingung gebracht wird, werden unsere wahren Fähigkeiten geweckt und auf die höchstmögliche Stufe gehoben. Das Sechssilbige Mantra ist Teil dieser Übung und wird als Vorbereitung darauf empfohlen. Vorbereitende Übungen zur GroSSen Vollkommenheit Dies sind Übungen, welche letztendlich zum Erlangen der Großen Vollkommenheit - oder Dzogchen - führen. Auch als Ati-Yoga bekannt, wird die Große Vollkommenheit als die allerhöchste, ursprüngliche, unverfälschte und direkte Methode zum Erkennen der wahren Natur des Daseins angesehen.
Der Aufforderung Khenpo Munsel Rinpoches folgend, lehrte ich die Vorbereitenden Übungen in den USA zum ersten Mal 2001, sechs Jahre nach meiner Ankunft dort. Mein Meister leitete mich dazu an, meinen amerikanischen Schülern diese Unterweisungen wegen der schwierigen Zeiten, in denen wir leben, viel früher als traditionsgemäß üblich zu erteilen.
Obwohl der Lebensstandard überall auf der Welt steigt und wichtige wissenschaftliche sowie technologische Weiterentwicklungen in schnellem Tempo erfolgen, hat dieser materielle Fortschritt nicht zu einer Verminderung von Leiden geführt. Im Gegenteil, Leiden nimmt zu und intensiviert sich. Manche Menschen sind süchtig nach dem Komfort und den sinnlichen Genüssen, welche durch materielle Güter erlangt werden können. Andere verfallen Ruhm, Reichtum und Status. Beim Streben nach all dem missachten und vergessen Menschen alle Werte, welche mit Gewissen und Tugenden zu tun haben; dadurch schaffen sie unvorstellbares negatives Karma, welches zu noch mehr Leiden führt. Krankheit, Kriege und andere Katastrophen bedrohen das Leben in globalem Maße. Wahrhaftes Dharma wird davon betroffen; zudem ist es schwierig geworden, echte, reine, aufrichtige Unterweisungen zu erhalten, ja, sogar auf authentische, kompetente, wirklich wissende Lehrer zu treffen. Während dieses Zeitalters, in dem der Buddhismus sich im Zustand des Verfalls befindet, fühlen sich viele Menschen verloren. Sie suchen nach einem Licht in der Dunkelheit.
Ich kam in dieses großartige Land (USA), um Dharma zu verbreiten, Leiden zu lindern und jedem Menschen zu helfen, ein glücklicheres und gesünderes Leben zu führen. Die Vorbereitenden Übungen zur Großen Vollendung heilen Leiden an seiner Wurzel. Durch stetiges Üben befreien wir uns von Sorgen und Illusionen, reinigen negatives Karma und gewinnen Schutz vor Krankheit und Leiden. Unser Mitgefühl wächst, wir entwickeln Weisheit. Schließlich können wir uns selbst aus dem endlosen Kreislauf von Geburt und Tod befreien und letztendlich das Land der Höchsten Glückseligkeit erreichen.
Meister Zi Sheng Wang
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